Der Traum vom Eigenheim ist bei vielen fest verankert. Doch bevor du einziehen kannst, wartet der vielleicht wichtigste Schritt auf dich: die Baufinanzierung. Und genau hier passieren viele Fehler – nicht aus Leichtsinn, sondern weil die meisten diesen Schritt nur einmal im Leben gehen und das Thema ziemlich komplex ist.
Ich bin Alex, seit über 20 Jahren Hausbesitzer, und wenn ich heute zurückblicke, sehe ich klarer, was gut gelaufen ist – und was ich mit dem Wissen von heute anders machen würde. Deshalb schauen wir uns in diesem Beitrag an, welche typischen Fehler bei der Baufinanzierung auftreten und wie du sie vermeidest. Damit dein Haus nicht nur ein Zuhause, sondern auch ein solides Investment wird.
Fehler 1: Zu knapp kalkuliert
Klar, der Kaufpreis steht im Exposé – aber das ist längst nicht die ganze Wahrheit. Viele unterschätzen, was alles noch obendrauf kommt. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, eventuell Maklerprovision – das sind allein oft 10 bis 15 Prozent zusätzlich. Dann kommen noch Umzug, Küche, Garten, Möbel, vielleicht kleinere Umbauten.
Wer hier auf Kante rechnet, bringt sich unnötig unter Druck. Mein Tipp: Lieber mit einem ordentlichen Puffer planen – mindestens 10.000 bis 15.000 Euro über dem, was du denkst, zu brauchen. Das nimmt Druck raus und lässt dich auch mal atmen, wenn es irgendwo klemmt.
Fehler 2: Zu wenig Eigenkapital
Ja, es gibt sie, die 100-Prozent-Finanzierungen – manchmal sogar inklusive Nebenkosten. Aber sie sind teuer. Je weniger Eigenkapital du mitbringst, desto höher ist das Risiko für die Bank – und desto höher dein Zinssatz. Die monatliche Belastung steigt, und das kann sich über die Jahre summieren.
Wenn du mindestens die Nebenkosten aus eigener Tasche zahlen kannst, ist das ein solider Start. Noch besser ist es, wenn du zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises selbst aufbringen kannst. Das verbessert deine Verhandlungsposition und spart bares Geld.
Fehler 3: Den Tilgungssatz zu niedrig ansetzen
In Niedrigzinszeiten war es verlockend, mit einer geringen Tilgung von 1 oder 2 Prozent zu finanzieren. Aber je niedriger du tilgst, desto länger zahlst du – und desto höher bleibt die Restschuld nach Ende der Zinsbindung.
Wenn du dir eine höhere Tilgung leisten kannst, tu es. Drei oder vier Prozent machen einen großen Unterschied. Nicht nur bei der Laufzeit, sondern auch bei der Zinssicherheit. Je schneller du tilgst, desto weniger Zeit bleibst du dem Zinsrisiko ausgesetzt.
Fehler 4: Zinsbindung falsch gewählt
Auch das wird oft unterschätzt. Wer nur fünf oder zehn Jahre festschreibt, zahlt vielleicht heute weniger Zinsen – aber muss später nachfinanzieren. Und niemand weiß, wo die Zinsen dann stehen.
Wenn du langfristig planst (und das tust du beim Hauskauf eigentlich immer), ist eine Zinsbindung von 15 oder sogar 20 Jahren oft die sicherere Variante. Du kaufst dir Stabilität – und das kann viel wert sein. Vor allem, wenn dein Einkommen nicht in zehn Jahren plötzlich sprunghaft steigt.
Fehler 5: Die Angebote nicht verglichen
Es gibt nicht „die eine Bank“. Und es gibt auch nicht das eine perfekte Angebot. Jeder Fall ist individuell – und gerade deshalb lohnt sich der Vergleich. Viele holen nur bei ihrer Hausbank ein Angebot ein und unterschreiben dort.
Ein unabhängiger Finanzierungsvermittler kann dir oft bessere Konditionen rausholen – und zwar bei bekannten Banken. Es lohnt sich, mehrere Varianten durchzurechnen: unterschiedliche Tilgungen, Laufzeiten, Kombinationen mit KfW-Krediten. Das kostet dich vielleicht ein paar Stunden, spart aber im Zweifel tausende Euro.
Fehler 6: Keine Rücklagen für später eingeplant
Ein Haus ist keine Einmal-Investition. Es lebt, es altert, es braucht Pflege. Eine Heizung kann kaputtgehen, das Dach irgendwann undicht werden, Fenster müssen vielleicht ersetzt werden.
Wenn du jeden Monat am Limit lebst, wird jeder ungeplante Posten zum Problem. Deshalb: Plane von Anfang an Rücklagen ein. Als Faustregel gelten 1 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat. Das klingt wenig – aber es summiert sich. Und wenn du das Geld brauchst, wirst du froh sein, es zur Seite gelegt zu haben.
Baufinanzierung ist kein Sprint – sondern ein Langstreckenlauf
Wer beim Start sauber plant, sich nicht von Emotionen treiben lässt und realistisch rechnet, kommt am Ende entspannter ans Ziel. Es geht nicht nur um den günstigsten Zinssatz – sondern um eine Finanzierung, die zu deinem Leben passt. Heute und morgen.
Wenn du dir eine solide Basis schaffst, kannst du dein Zuhause auch wirklich genießen. Ohne schlaflose Nächte wegen der Monatsrate, ohne Bauchschmerzen bei der nächsten Rechnung. Und genau darum geht’s doch: ein Haus, das dich trägt – nicht umgekehrt.
Hast du Fragen zur Finanzierung oder überlegst, wie du deinen Hauskauf angehen sollst? Dann schreib mir – ich teile gern, was ich gelernt habe.