Hallo zusammen, hier ist wieder Alex!
Ich sag’s mal so: Wer heutzutage eine Immobilie finanzieren will, braucht nicht nur Mut – sondern auch jeden Euro, der hilft. Zum Glück gibt’s in Deutschland staatliche Förderungen, die beim Kauf oder Bau von Wohneigentum unterstützen können. Aber welche Programme gibt es überhaupt? Und für wen lohnen sie sich wirklich?
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Fördermöglichkeiten es gibt, worauf du achten musst und wie du das meiste rausholst.
1. Gibt’s das Baukindergeld eigentlich noch?
Fangen wir mit dem Klassiker an: Baukindergeld. Viele haben davon profitiert, aber leider ist der Fördertopf seit 2021 geschlossen – zumindest für neue Anträge.
Falls du also hoffst, jetzt noch einen Antrag zu stellen: Fehlanzeige.
Aber: Wer rechtzeitig gebaut oder gekauft hat, bekommt die Förderung weiterhin ausgezahlt – 12.000 Euro pro Kind, verteilt auf 10 Jahre.
Fazit: Kein aktuelles Programm mehr, aber wer noch drin ist, profitiert langfristig.
2. Wohn-Riester – sinnvoll oder bürokratischer Albtraum?
Der sogenannte „Wohn-Riester“ ist eine Variante der Riester-Rente, bei der du die staatlichen Riester-Zulagen für den Kauf oder Bau selbstgenutzter Immobilien verwenden kannst.
Vorteile:
- Grundzulage von 175 Euro pro Jahr, plus Kinderzulage von 185 bzw. 300 Euro pro Kind (je nach Geburtsjahr)
- Steuerlich absetzbare Beiträge (bis zu 2.100 Euro im Jahr)
- Möglichkeit, einen bestehenden Riester-Vertrag zur Tilgung eines Kredits zu nutzen
Nachteile:
- Die Immobilie muss dauerhaft selbst genutzt werden
- Im Rentenalter kommt die „nachgelagerte Besteuerung“ – das bedeutet: Du zahlst später Einkommensteuer auf die geförderten Beiträge
- Bürokratisch aufwendig, vor allem bei Verkauf oder Umzug
Mein Fazit: Wohn-Riester lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern und sicherer Lebensplanung. Wer öfter umzieht oder nicht langfristig im Eigenheim bleiben möchte, sollte sich genau beraten lassen.
3. KfW-Förderprogramme: Viel Potenzial – aber gut versteckt
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mehrere Programme für Immobilienkäufer, Bauherren und Sanierer. Die bekanntesten sind:
KfW 124 – Wohneigentum für Familien
- Zinsgünstiges Darlehen bis zu 100.000 Euro
- Für den Kauf oder Bau selbstgenutzter Immobilien
- Keine Einkommensgrenzen
- Tilgungsfreie Anlaufzeit möglich
KfW 261 / 297 / 298 – Klimafreundlicher Neubau (ab 2023)
- Für besonders energieeffiziente Neubauten
- Kombination mit Förderkrediten und Tilgungszuschüssen möglich
- Zum Teil mit Zinsbindung unter 1 Prozent, wenn die Energieeffizienz stimmt
KfW 159 – Altersgerecht umbauen
- Bis zu 50.000 Euro Kredit
- Für barrierefreies oder altersgerechtes Wohnen
- Auch für Käufer von Bestandsimmobilien mit Umbauplänen
Wichtig: Die KfW-Förderung muss vor dem Kaufvertrag oder Baubeginn beantragt werden – über die finanzierende Bank oder einen Finanzierungspartner.
4. Länderförderung & kommunale Programme – oft übersehen
Je nach Bundesland oder Stadt gibt es zusätzliche Programme, etwa:
- Zinsgünstige Landesdarlehen für Familien mit Kindern
- Zuschüsse zu Notar- oder Maklerkosten
- Förderung von Sanierungsmaßnahmen in bestimmten Stadtgebieten
- Kinderbonus beim Grundstückskauf
Beispiel: In Bayern gibt es das Programm „Bayerische Eigenheimzulage“, in NRW die „NRW.BANK Wohneigentum“. Manche Kommunen bieten sogar vergünstigte Grundstücke für junge Familien.
Mein Tipp: Einfach mal auf der Webseite der Stadt oder Landesregierung stöbern – oder direkt im Rathaus nachfragen. Da schlummern oft ein paar Tausender, die keiner abruft.
5. Was ist mit der neuen Wohneigentumsförderung 2023/2024?
Seit 2023 gibt es ein neues Förderprogramm mit dem klangvollen Namen „Wohneigentum für Familien (WEF)“, gestartet vom Bundesbauministerium:
- Zinsvergünstigte Kredite über die KfW
- Für Familien mit mindestens einem Kind und niedrigem bis mittlerem Einkommen
- Einkommensgrenzen: z. B. max. 60.000 Euro bei einem Kind, +10.000 Euro für jedes weitere
- Förderhöhe: bis zu 270.000 Euro Kredit
- Voraussetzung: Es muss ein besonders klimafreundlicher Neubau sein (Effizienzhaus-Stufe 40 mit Nachhaltigkeitszertifikat)
Fazit: Klingt gut – ist aber für viele kaum erreichbar, weil die Standards teuer sind. Trotzdem kann es sich lohnen, es durchzurechnen.
6. Steuerliche Vorteile – nicht vergessen!
Auch wenn’s keine klassische Förderung ist: Es gibt steuerliche Möglichkeiten, wenn du die Immobilie vermietest.
- Abschreibung der Anschaffungskosten (AfA)
- Absetzen von Zinsen, Renovierungen, Fahrtkosten zur Immobilie etc.
- Bei Teilvermietung (z. B. Einliegerwohnung) kann ein Teil der Kosten steuerlich geltend gemacht werden
Aber Achtung: Bei selbstgenutztem Wohneigentum sind nur sehr wenige Kosten steuerlich absetzbar.
7. Fazit: Förderung lohnt sich – aber du musst sie kennen
✔ Es gibt viele Fördermöglichkeiten – vom günstigen KfW-Kredit bis zur Wohn-Riester-Zulage
✔ Für Familien mit Kindern besonders interessant – aber oft an Auflagen gebunden
✔ Förderungen immer vor Vertragsabschluss beantragen
✔ Auch Landes- und Kommunalprogramme nicht vergessen
Mein Rat: Wer sich rechtzeitig informiert, kann mehrere tausend Euro sparen – oder eine bessere Finanzierung sichern. Förderungen sind kein Bonus, sondern oft ein echter Teil der Finanzierung. Und: Manche Programme lassen sich miteinander kombinieren.
Habt ihr schon mal eine Förderung genutzt oder seid gerade am Rechnen? Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps!