Immobilie kaufen trotz SCHUFA-Eintrag – geht das überhaupt?

Hallo zusammen, hier ist wieder Alex! Ganz ehrlich: Das Wort „SCHUFA“ löst bei vielen erstmal Stress aus. Besonders wenn man eine Immobilie finanzieren will, ist der SCHUFA-Score plötzlich ein echtes Thema. Aber was ist, wenn da ein negativer Eintrag drinsteht? Ist der Traum vom Eigenheim dann automatisch ausgeträumt?

In diesem Artikel zeige ich dir, wie stark die SCHUFA die Immobilienfinanzierung beeinflusst, welche Einträge wirklich kritisch sind – und ob ein Hauskauf trotzdem möglich ist.


1. Was prüft die Bank eigentlich bei der SCHUFA?

Bevor eine Bank dir Geld für eine Immobilie leiht, schaut sie sich deine Kreditwürdigkeit an. Und dafür ist die SCHUFA ein zentraler Bestandteil.

Die Bank prüft unter anderem:

  • Deinen SCHUFA-Score (eine Zahl zwischen 0 und 100 %)
  • Ob es negative Einträge gibt (z. B. Mahnbescheide, Gerichtsurteile)
  • Ob du bereits andere Kredite hast und wie du diese bedienst
  • Wie oft du in den letzten Monaten Anfragen gestellt hast (Stichwort: „Kredithopping“)

Ein einzelner kleiner Eintrag muss noch kein K.O.-Kriterium sein – aber bei schwerwiegenden Negativmerkmalen sieht’s schon düsterer aus.


2. Was gilt als „negativer SCHUFA-Eintrag“?

Nicht jeder Eintrag ist automatisch schlimm. Es gibt einen Unterschied zwischen „neutral“ und „negativ“.

Beispiele für neutrale oder unkritische Einträge:

  • Laufende Handyverträge
  • Genutzte Kreditkarten
  • Abgezahlte Ratenkäufe

Beispiele für negative Einträge:

  • Mahnbescheide
  • Kontopfändung
  • Eidesstattliche Versicherung
  • Kreditkündigung durch eine Bank
  • Inkasso mit Titulierung

Mein Tipp: Hol dir regelmäßig eine kostenlose SCHUFA-Auskunft (einmal pro Jahr möglich) und prüf, was drinsteht – und ob es überhaupt noch aktuell ist. Fehler sind keine Seltenheit!


3. Ist eine Immobilienfinanzierung mit SCHUFA-Eintrag möglich?

Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an.

Möglich ist es, wenn …

  • Der Eintrag älter ist und erledigt wurde (z. B. Forderung bezahlt)
  • Du viel Eigenkapital einbringst (mindestens 30 % oder mehr)
  • Dein Einkommen stabil und ausreichend hoch ist
  • Die Immobilie in guter Lage ist (also gute Sicherheit für die Bank)
  • Du mit der Bank offen und transparent umgehst

Schwierig wird es, wenn …

  • Der Eintrag aktuell und schwerwiegend ist (z. B. titulierte Forderung)
  • Du wenig Eigenkapital hast
  • Weitere Kredite oder finanzielle Verpflichtungen bestehen
  • Dein SCHUFA-Score unter 90 liegt

4. Welche Banken finanzieren auch mit SCHUFA-Eintrag?

Die meisten klassischen Banken (z. B. Sparkasse, Volksbank) lehnen Finanzierungen bei negativen Einträgen ab.
Aber es gibt Alternativen:

Spezialbanken oder Nischenanbieter

  • Diese vergeben Immobilienkredite auch bei schwächerer Bonität
  • Höhere Zinsen und strengere Bedingungen
  • Teilweise nur bei hohem Eigenkapital oder zusätzlicher Sicherheit

Privatkredite über Plattformen

  • z. B. auxmoney, smava oder cashper
  • Funktioniert bei kleineren Summen, aber nicht für große Immobilienkredite

Bürgschaft oder zweiter Kreditnehmer

  • Wenn eine andere Person (mit guter Bonität) als Bürge auftritt
  • Auch ein Ehepartner oder Elternteil kann mit in den Vertrag aufgenommen werden

Achtung: Wer mit schlechter Bonität einen Kredit bekommt, zahlt meist deutlich höhere Zinsen. Ob sich das lohnt, ist eine Rechenfrage.


5. Wie kannst du deine Chancen verbessern?

Eigenkapital aufbauen – je mehr du selbst einbringst, desto geringer das Risiko für die Bank
Einträge bereinigen – viele Einträge lassen sich löschen, wenn sie erledigt sind oder veraltet
SCHUFA aktiv ansprechen – nicht verschweigen, sondern erklären (z. B. vorübergehende Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit)
Bürgschaft oder Mitantragsteller suchen – ein zweiter, zahlungskräftiger Kreditnehmer verbessert die Chancen enorm
Alternative Anbieter anfragen – nicht bei der ersten Ablehnung aufgeben
Nicht zu viele Kreditanfragen gleichzeitig stellen – sonst sinkt der Score weiter


6. Wann lohnt sich ein Warten?

Manchmal ist Geduld die beste Strategie.

Beispiel:

  • Du hast einen negativen Eintrag, der bereits erledigt ist
  • Die Löschfrist beträgt drei Jahre nach Erledigung
  • Danach ist der Eintrag automatisch weg – und der Score erholt sich

Mein Rat: Wenn es nicht eilt, kann es sich lohnen, noch 6–12 Monate zu warten, Einträge bereinigen zu lassen und dann mit besserem Score in die Finanzierung zu starten.


7. Fazit: Mit SCHUFA zur Immobilie – möglich, aber nicht einfach

✔ Eine Finanzierung mit leichtem SCHUFA-Eintrag ist nicht ausgeschlossen, aber mit mehr Aufwand verbunden
✔ Offenheit, gute Vorbereitung und Eigenkapital erhöhen die Chancen deutlich
✔ Es gibt spezialisierte Anbieter – aber Vorsicht vor Wucherzinsen
✔ Lieber früh die SCHUFA prüfen und aktiv verbessern, statt in der Finanzierungsphase überrascht zu werden

Mein Rat: Lass dich bei negativer SCHUFA auf jeden Fall unabhängig beraten – zum Beispiel bei einem freien Finanzierungsexperten. Manchmal gibt’s doch einen Weg, den man selbst nicht sieht.

Habt ihr Erfahrungen mit SCHUFA und Immobilienfinanzierung gemacht? Ich freue mich auf eure Fragen und Geschichten.

 

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