Wer ein Haus kauft, das nicht gerade frisch gebaut wurde, steht schnell vor der Frage: „Reicht eine Renovierung – oder muss ich gleich sanieren?“ Und was genau ist eigentlich der Unterschied?
Ich hab in meinem Leben schon mehr als ein älteres Haus von innen gesehen – manchmal reicht ein neuer Anstrich, manchmal brauchst du einen Baustellenhelm. In diesem Beitrag zeige ich dir, worauf du achten solltest, wie du beides voneinander unterscheidest und wann es richtig teuer wird, wenn du’s nicht früh genug erkennst.
1. Renovieren oder sanieren – was ist was?
Fangen wir ganz simpel an:
- Renovieren bedeutet: aufhübschen, ausbessern, instand halten
- Sanieren bedeutet: grundlegend erneuern, strukturelle oder technische Mängel beseitigen
Typische Renovierungen:
- Wände streichen
- Böden austauschen
- Türen lackieren
- Fliesen erneuern
- Schönheitsreparaturen
Typische Sanierungen:
- Heizungsanlage tauschen
- Dach neu eindecken
- Elektrik komplett erneuern
- Fenster ersetzen
- Fassade dämmen
- Feuchtigkeitsschäden beheben
Du merkst schon: Renovieren kostet vor allem Zeit und Mühe – Sanieren kostet Geld. Viel Geld, wenn du’s unterschätzt.
2. Worauf du beim Kauf eines Altbaus achten solltest
Viele ältere Häuser wirken beim ersten Eindruck charmant – aber die Probleme liegen oft im Detail. Achte bei der Besichtigung auf:
- Heizungsanlage älter als 20 Jahre? Austausch wahrscheinlich bald fällig
- Einfachverglasung oder alte Fenster? Teuer beim Energieverbrauch
- Alte Elektrik (z. B. Schraubsicherungen)? Muss raus – nicht nur wegen Sicherheit
- Schimmel oder Feuchtigkeit im Keller? Achtung, kann strukturelle Ursachen haben
- Dach ohne Dämmung? Wärmeverlust hoch, Sanierung teuer
- Keine energetische Sanierung in den letzten 20 Jahren? Dann wird’s Zeit
Mein Tipp: Hol dir bei ernstem Kaufinteresse einen Bausachverständigen dazu – die paar hundert Euro lohnen sich mehr, als du denkst.
3. Die häufigsten Sanierungsfehler
❌ „Ach, das machen wir nach und nach.“
→ Geht oft schief. Wenn du eh alles aufreißt, mach’s lieber gleich richtig.
❌ „Das sieht doch noch ganz okay aus.“
→ Viele Mängel sieht man erst, wenn die Tapete ab ist.
❌ „Wir streichen nur schnell durch.“
→ Wenn die Wände feucht oder krumm sind, bringt das nichts.
❌ „Wir sparen bei der Elektrik.“
→ Schlechte Idee. Sicherheit geht vor – und alte Leitungen kosten später doppelt.
4. Kostenübersicht: Was kostet eine Sanierung wirklich?
Natürlich kommt es immer auf Größe, Zustand und Region an. Aber zur groben Orientierung:
Sanierungsmaßnahme | Kosten (ca.) |
---|---|
Heizung tauschen | 10.000 – 30.000 Euro |
Fenster erneuern (15 Stück) | 15.000 – 25.000 Euro |
Dach neu + dämmen | 25.000 – 50.000 Euro |
Elektrik komplett neu | 8.000 – 20.000 Euro |
Bäder modernisieren | 10.000 – 25.000 Euro |
Fassadendämmung | 20.000 – 40.000 Euro |
Wer alles auf einmal machen will, kann locker 100.000 Euro und mehr investieren – bei einem Einfamilienhaus im schlechten Zustand.
5. Förderung nicht vergessen: KfW und Co.
Sanieren kann teuer werden – aber es gibt staatliche Hilfe:
- KfW-Programme für energieeffiziente Sanierung (z. B. Programm 261)
- Zuschüsse für Einzelmaßnahmen (Heizung, Dämmung, Fenster)
- BAFA-Förderung für Wärmepumpe, Solarthermie etc.
- Steuerliche Abschreibung für bestimmte Sanierungskosten
Wichtig: Die Förderung muss vor Beginn beantragt werden – also nicht einfach loslegen. Und nicht vergessen: Bei Kombination von Maßnahmen kann es noch mehr Förderung geben.
6. Renovieren mit kleinem Budget – was bringt was?
Wenn du kein Sanierungshaus gekauft hast, aber trotzdem einiges verschönern willst, geht das auch mit begrenztem Budget.
- Neue Bodenbeläge (Vinyl, Laminat): 30–50 Euro/m² inkl. Verlegen
- Wände neu streichen: 1–2 Euro/m² für Farbe, plus deine Zeit
- Türen streichen statt austauschen: spart 200–300 Euro pro Tür
- Neue Armaturen oder Lichtschalter: kleine Wirkung, große Optik
- Küche „faceliften“: Fronten tauschen statt neue Küche kaufen
Fazit: Mit ein paar Wochen Arbeit und ein paar tausend Euro kannst du einen echten Unterschied machen – solange die Substanz stimmt.
Ohne Plan wird’s teuer
✔ Ein Altbau kann Charme haben – aber auch eine Sanierungsfalle sein
✔ Unterscheide klar: Was willst du nur optisch verschönern – und was musst du technisch erneuern?
✔ Hol dir Fachleute dazu, wenn du unsicher bist – besonders bei Feuchtigkeit, Statik, Elektrik
✔ Plane lieber großzügig – und rechne mit Reserven
✔ Förderungen nutzen – aber rechtzeitig beantragen
Mein Rat: Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme. Nicht nur vom Haus – auch von deinem Zeit- und Kostenrahmen. Dann kannst du entscheiden: Lohnt es sich, das Haus neu zu erfinden – oder wäre was Neueres vielleicht doch günstiger?
Wie war’s bei euch? Habt ihr schon mal saniert oder renoviert? Ich bin gespannt auf eure Geschichten!